Entscheidung der Landesregierung Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zur Ausübung der Osteopathie durch Physiotherapeuten. Hannover, den 27.02.2017 

 

 

Am 22.02.2017 gab es von einigen Abgeordneten eine schriftliche Anfrage an die Landesregierung Niedersachsen zur Beantwortung der Frage:

 

"Wer darf Osteopathie ausüben?"

 

(Anfrage der Abgeordneten Sylvia Bruns, Almuth von Below-Neufeldt, Christian Dürr und Björn Försterling (FDP) an die Landesregierung Niedersachsen,

eingegangen am 22.02.2017, an die Staatskanzlei übersandt am 27.02.2017)

 

Auf diese Frage antwortete das Niedersächsische Ministerium:

 

"...Wie die Landesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung „Wer darf Osteopathie ausüben?“ in der Drucksache 17/6919 unter Nummer 3 ausgeführt hat, setzt Ausübung von Heilkunde durch die Anwendung von Osteopathie durch Personen mit einer Ausbildung in Physiotherapie nach ihrer Auffassung das Vorliegen einer entsprechenden ärztlichen Verordnung voraus. In diesem Fall ist die Ausübung der Osteopathie auch ohne Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz zulässig, da sie aufgrund von § 11 Abs. 6 des Sozialgesetzbuchs (SGB) Fünftes Buch (V) - Gesetzliche Krankenversicherung - vergütet werden darf..."

 

Somit dürfen Physiotherapeuten in Niedersachsen bei einer entsprechenden, osteopathischen  Qualifikation und ärztlicher Verordnung Osteopathie ausüben. Es bleibt zu klären ob diese Interpretation ebenfalls in anderen Bundesländern, wie etwa Nordrhein-Westfalenzutrifft?

 

Siehe: Niedersächsischer Landtag – 17. Wahlperiode Drucksache 17/6919

 

 

In Nordrhein-Westfalen ist die "osteopathische Behandlung" durch Physiotherapeuten bei einer vorliegenden ärztlichen Verordnung ebenfalls durch das Landesministerium für Gesundheit bestätigt worden:

 

"..(es) ergeben sich Einschränkungen hinsichtlich der Leistungserbringung. Die Heilkundeausübung ist den Ärztinnen und Ärzten sowie den Heilpraktikerinnen und Heilpraktikern vorbehalten. Anderen Gesundheitsfachberufen, wie beispielweise den Physiotherapeutinnen und -therapeuten, ist die Heilkundeausübung nur auf ärztliche Veranlassung und auf ihr jeweiliges Tätigkeitsgebiet beschränkt erlaubt.

Die meisten Krankenkassen, die Osteopathie als Satzungsleistung anbieten, erstatten daher nach wie vor „osteopathische Behandlungen“ von Physiotherapeutinnen und –therapeuten soweit ein Arzt diese veranlasst hat. Aus Sicht des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter steht dieser Verfahrensweise derzeit nichts entgegen."

 

(Lisa von Delbert, Referat 401

Recht der Pflege- und Gesundheitsfachberufe,

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen



Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf)

 

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Janusz Dreger

1. Vorsitzender Manualtherapeutischer Verband für Osteopathie

 

 

 

 

 

Stellungnahme des Präsidenten der Bundesärztekammer vom Februar 2017 zu der Ausübung der Osteopathie durch Physiotherapeuten 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. med. F.U. Montgomery

 

Berlin – „Die Osteopathie gehört zwingend in die Hände von qualifizierten Ärzten und Physiotherapeuten. Wer sich dem verweigert, spielt ohne Not mit der Gesundheit und Sicherheit von Patienten.“ So kommentierte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), die vorläufig zurückgestellte Einführung einer osteopathischen Basisqualifikation für Physiotherapeuten. Ein entsprechender Änderungsantrag zum Dritten Pflegestärkungsgesetz war Ende November kurzfristig zurückgezogen worden.

In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bat Montgomery, den Antrag noch in dieser Legislaturperiode erneut in das parlamentarische Verfahren einzubringen. „Es ist bedauerlich, dass diese wichtige Initiative am Widerstand einzelner Bundesländer gescheitert ist. Das Bundesgesundheitsministerium hat in dieser Frage weiterhin die volle Unterstützung der Ärzteschaft“, stellte Montgomery klar. Er forderte die Bundesländer auf, die Qualitätssicherung in der Anwendung osteopathischer Verfahren durch Verankerung in der Aus- und Weiterbildung der Physiotherapeuten zu ermöglichen.

Die Bedeutung osteopathischer Verfahren in der Patientenbehandlung hat in den letzten Jahren enorm zugenommen und wird auch noch weiter wachsen."

Bundesärztekammer Stellungnahme Osteopathie 2017
BAK Stellungnahme --markiert----Deutsche
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Jenenser Positionspapier Osteopathie 2013
Jenenser_Erklaerung_2013.pdf
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Positionspapier IFK und Ärzteseminar Berlin
Positionspapier_AEMM-IFK.pdf
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